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Die beiden vergangenen Videos, in denen wir einige Lebensmittel an Not leidende Nachbarn unserer Freundin Yordana verteilt haben, haben eine Flut an Spenden ausgelöst. DAFÜR VIELEN DANK! Wir haben über eine Woche benötigt, Lebensmittel und Hygieneartikel für die nächste Verteilung zu organisieren. Von den Schwierigkeiten berichten wir in diesem Video. Aber es hat sich gelohnt. Wir konnten bereits um die 60 Menschen glücklich machen. Und es geht weiter.
In Cienfuegos haben wir Yordana wiedergetroffen, eine Kubanerin, mit der uns bereits seit einigen Jahren eine tiefe Freundschaft verbindet. Sie ist in ihrem Viertel so etwas wie die gute Seele und kümmert sich um die Alten und Kranken. Um die Not etwas zu lindern, haben wir zwei Zentner Reis und Bohnen gekauft und das Essen in der Nachbarschaft verteilt. Es ist bedrückend zu sehen, unter welchen Umständen viele Kubaner derzeit leben, und herzzerreißend, wie sie sich über etwas zu essen freuen. Da wir bereits mehrere Anfragen hatten, wollen wir die Aktion wiederholen. Wer sich beteiligen möchte, findet weitere Informationen auf unserer Webseite oder kann uns direkt anschreiben unter jens.brambusch@gmail.com. https://www.dilly-dally.online/post/kleine-hilfsaktion-für-kuba
Eher als geplant brechen wir in Cayo Largo auf, um nach Cienfuegos zu segeln. Aber die Fahrt gegen Wind und Welle ist zäh und so machen wir einen ungeplanten Stopp vor einer kleinen Insel mit einem Leuchtturm. Die beiden Wärter laden uns zu einem Rundgang ein. Sie sitzen hier seit 50 Tagen fest. In Cienfuegos scheint auf den ersten Blick alles beim Alten, doch abseits des Hafenviertels wird die Not sichtbar. Viele Kubaner können sich das Essen nicht mehr leisten. Wir verbringen viel Zeit mit Jordana und ihrer Familie, die wir vor zwei Jahren kennengelernt haben. Jordana kümmert sich um die Alten und Kranken in ihrer Nachbarschaft - und da wollen auch wir ein bisschen helfen.
Cayo Largo, eine Insel im Süden Kubas, ist eines unserer Highlights. Im vergangenen Jahr blieben wir 14 Tage. In diesem Jahr aber ist alles anders. Die Urlaubsinsel gleicht einer Geisterstadt, seit die letzten Touristen Anfang Februar abgereist sind. Von den 2000 kubanischen Mitarbeitern kümmern sich noch 100 um die Instandhaltung. Doch statt wie üblich drei Wochen sind sie bereits seit drei Monaten auf der Insel. Wegen des Ölembargos fahre keine Fähren, landen keine Flugzeuge mehr. Ohne Touristen ist Kuba nicht überlebensfähig. Knapp eine Million Menschen arbeiten direkt oder indirekt in diesem Sektor. Fast alle haben derzeit keine Einkünfte.
Nach dem knapp 400 Seemeilen langen Törn von Havanna gönnen wir uns erstmal eine kleine Rast auf unserer Tour entlang der Südküste Kubas. Die Bucht Punta Frances im Südwesten der Isla de la Juventud, der Insel der Jugend, ist ein Paradies. Menschenleer, ein langer weißer Sandstrand, noch dazu ohne Müll, kristallklares Wasser, aus dem die Fische fast an Bord springen. Die einzigen Menschen, die wir sehen, sind Fischer. Wir leben ein bisschen wie Robinson Crusoe, schnorcheln, schwimmen und grillen Fisch am Strand. Doch als wir eines Abends am Strand zurück zu den Booten fahren, trauen wir unseren Augen nicht. Zwei Männer sind an Bord unseres Buddy-Bootes, in schwarzen Neopren-Anzügen und mit Harpunen...
Nach vier Wochen in Havanna setzen wir wieder die Segel. Einige hundert Seemeilen entlang der fast menschenleeren Westküste bis in den Süden liegen vor. Anders als noch vor vier Wochen sehen wir kaum noch Fischerboote. Auch den Fischern ist wegen des Ölembargos der Diesel ausgegangen. Bei einem Stopp in Los Morros schauen wir, ob die vergessene Crew des Grenzpostens endlich abgeholt wurde. Als wir nach knapp 400 Seemeilen die Isla de la Juventud, die Insel der Jugend, an der Südseite Kubas erreichten, sind wir erschöpft. Auch wenn wir den größten Teil der Strecke herrlich Segeln konnten, hatten es die letzten Meilen in sich.
Wir sind bereits seit über drei Wochen in. der Marina Hemingway, als es zappenduster wird. Blackout in Kuba. Diesmal landesweit. Sind die Treibstoffräte auf der Insel gänzlich aufgebraucht? Das nicht, der Strom kommt nach einem halben Tag zurück, aber wir fragen uns, was die ständigen Stromausfälle mit der Bevölkerung der Karibikinsel machen. Die USA steigern den Druck, Falschmeldungen, die die Kubaner beunruhigen sollen, kursieren, Proteste entfachen. Noch einmal verbringen wir eine Nacht im Stadtzentrum und treffen auf eine desillusionierte Jugend.
Havanna ist eine faszinierende Stadt, anders als der Rest der Landes. Havanna ist groß, laut und lebensfroh. So war es zumindest bei unseren letzten Besuchen. Havanna ist eine Stadt mit Geschichte und sie schreibt täglich neue. Doch wie ist es jetzt während der sich zuspitzenden Krise als Tourist in Kubas Hauptstadt zu sein? Und gibt es noch eine Möglichkeit, Diesel für das Boot zu bekommen?
Wir haben die Marina Hemingway in Havanna erreicht und auf den ersten Blick scheint sich kaum etwas seit unserem letzten Besuch verändert zu haben. Es gibt Strom und Wasser rund um die Uhr, die Restaurants haben geöffnet. Doch nur wenige Meter außerhalb der Marina sieht die kubanische Realität bereits ganz anders aus. Wegen der Ölblockade der Amerikaner gibt es kaum noch Sprit auf der Insel. Es fahren kaum noch Autos, die allermeisten Touristen haben die Insel verlassen, Müll liegt in den Straßen und die täglichen Blackouts dauern immer länger. Die Uno warnt vor einer humanitären Katastrophe.
Weil der Grenzposten am westlichen Ende Kubas geschlossen hat, müssen wir nach Havanna, um endlich einchecken zu können. In Tagesetappen zwischen 30 und 40 Seemeilen arbeiten wir uns die Westküste hinauf, ankern vor traumhaften Stränden und in abgelegenen Buchten. Auf der Insel Levisa hoffen wir, etwas Abwechslung zu finden, doch auch dort - wie an vielen Orten auf Kuba - hat das Hotel kürzlich seine Pforten geschlossen: eine Folge des Öl-Embargos. Die verwaiste Anlage wirkt wie eine Geisterstadt. Und dann, als wir endlich die Marina Hemingway im Westen Havannas erreichen, meldet sich niemand an der Funke.
Nach unserem Zwischenstopp in Punta Allen (Mexiko) setzen wie die Reise nach Kuba wieder fort. Das verlustige Impellerteilchen haben wir gefunden, der Jockel läuft wieder. Und das ist auch gut so. Denn auf den 200 Seemeilen zum westlichsten Punkt Kubas liegen zwischen Windwinkel, Windstärke und Vorhersage einige Grad und Knoten Unterschied. Und der Golfstrom verwandelt das eigentliche ruhige Meer in ein Tollhaus. Angekommen in Kuba empfängt uns gleich die neue Realität. Seit dem verhängten Ölstopp durch der US-Regierung steht das Land still. Selbst die Zöllner kommen nicht an ihren Grenzposten.
Wir haben die Bucht in Mexiko erreicht. Auch ohne Maschine. Allerdings brauchten wir auf der letzten Meile Hilfe von unserem Buddy-Boot "Intle Breeze". Die Ursache für das Überhitzen des Motors ist schnell gefunden. Der Impeller hat wie ein Baum im Herbst seine Blätter abgeworfen. Doch eines lässt sich partout nicht finden. Es steckt irgendwo im Kühlsystem - und kann weitere Probleme verursachen. Während wir an der Dilly-Dally werkeln, spitzt sich die Lage auf Kuba, unserem nächsten Ziel, immer wieder zu. Wegen der Öl-Knappheit setzen die ersten Airlines ihre Flüge aus. Sie können nicht mehr betankt werden. Schlecht für Fran und James, die Crew der Intle Breeze, die von Kuba nach Panama müssen. Und auch Tracy, die gerade in Südafrika weilt, muss befürchten, dass ihr bereits gebuchter Flug nach Havanna gecancelt wird. Muss sie in ihrem Hotel in Südafrika bleiben? Hier ist der Link zum Intle Boutique Hotel: https://intle.co.za Wer bei der Buchung über stay@intle.co.za den Code "DILLY" angibt, der bekommt einen Freundschaftsrabatt. Und hier noch der Affiliate-Link zu der Endoskop-Kamera. https://amzn.to/4aHQSKU Hinweis: Eine Bestellung über diesen Link ermöglicht uns eine kleine Provision. Jeff Bezos sackt also nicht die ganze Kohle ein :)
Die Fahrt von Honduras nach Mexiko zerrt an Arzums Nerven. Erst ist sie seekrank, dann überhitzt der Motor und das bisschen Wind, das weht, drückt uns auf die Nase. Wir machen kaum noch Fahrt durchs Wasser, haben so gut wie kein Ruder, legen einmal eine ungewollte 360-Grad-Drehung hin. Und unser anvisierter Ankerplatz liegt hinter einem Riff. Irgendwie müssen wir da durch.
Wind und Wetter lassen eine Weiterfahrt nach Kuba derzeit nicht zu. Mit dem geplanten Abstecher über die Cayman Islands liegen etwa 450 Seemeilen vor uns. Doch eine Schlechtwetterfront mit Böen um die 40 Knoten und meterhohen Wellen im Karibischen Meer jagt die nächste. Also warten wir ab. Und es gibt wirklich schlechtere Orte als die Bay Islands vor Honduras. Außerdem haben wir so Zeit, ein paar weitere Jobs zu erledigen. Arzum packt die Nähmaschine aus und wir wechseln nach vier Jahren zum ersten Mal die Membran am Wassermacher. Vor allem aber genießen wir die sonnigen Tage zwischen all dem Regen.
Die Bay Islands vor der Küste von Honduras sind ein Paradies - vor allem für Taucher. Doch dieses Jahr ist der Januar so verregnet, wie wir es die Jahre zuvor noch nie erlebt haben. Und zum Regen gesellen sich heftige Sturmböen. Da in einigen Buchten nicht geankert werden darf, zum Schutz der Riffe, müssen Boote an Moorings gehen. Doch die sind nicht immer im besten Zustand - und können reißen. Und dann ist da noch die Sache mit der Fledermaus.
Wir haben Utila erreicht, die westlichste Insel der Bay Islands, die zu Honduras gehören. Vor den Inseln erstreckt sich eines der besten Tauchreviere in der Karibik und natürlich lässt Arzum sich das nicht entgehen. Aber bevor es in die Tiefe geht, muss sie noch einmal hoch hinaus - in den Mast der Intle Breeze unserer Freunde. Denn seit einem Gewitter spinnen die Windinstrumente.
Endlich geht es weiter. Von Guatemala wollen wir zu den Bay Islands segeln, die zu Honduras gehören. Doch dazu müssen wir erst den Río Dulce verlassen, wo wir die Hurrikan-Saison verbracht haben. Zwischen dem Fluss und dem offenen Meer liegt aber noch ein Hindernis - eine Sandbank, die wir nur bei Hochwasser gerade so passieren können. Und das auch nur, weil die Dilly-Dally einen geringen Tiefgang hat. Timing spielt also eine wichtige Rolle. Nach allerlei Pleiten, Pech und Pannen im alten Jahr, hoffen wir nun auf einen guten Start ins neue. Doch ausgerechnet an dem Tag, an dem wir Guatemala frühmorgens verlassen wollen, ist der Fluss wie in Watte gepackt.
Es scheint, als wolle der Río Dulce uns nicht gehen lassen. Immer wieder müssen wir unsere Abfahrt verschieben: Probleme, Krankheiten, das Wetter. Aber dann, kurz vor dem Jahreswechsel, ist es endlich so weit. Wir verlassen die Monkey Bay Marina zusammen mit unserem Buddyboot "Intle Breeze". Der Plan ist, über den Jahreswechsel nach Honduras zu segeln, der Wind steht günstig und wir müssen das Hochwasser nutzen, um über die Sandbank zu kommen. Doch bereits auf dem Weg zur Flussmündung lässt ein nervtötendes Piepen unsere Euphorie erstarren. Der Autopilot tritt in den Streik. Fest steht, ohne funktionierenden Autopiloten verlassen wir nicht den Fluss. Aber Glück im Unglück finden wir auf dem Weg einen Experten. Jetzt beginnt das Spiel gegen die Zeit. Dauert die Reparatur zu lange, schließt der Zoll über den Jahreswechsel - und damit würden wir das Hochwasser verpassen...
Die Vorweihnachtszeit am Río Dulce lässt die besinnlichen Momente bisweilen vermissen. Vielmehr sind wir mit den letzten Arbeiten am Boot und dem Proviantieren für mehrere Monate beschäftigt. Wer weiß, wie die Versorgungslage auf Kuba dieses Jahr aussieht? Der Heiligabend beginnt bereits Mittags mit einem feinen Restaurantbesuch, abends dann, in der Marina, spielt eine einheimische Band auf. Jetzt wissen wir wenigstens, wo die Musik für die Computerspiele der 80er Jahre entstanden ist.
Nach acht Wochen an Land, geplant war anfangs eine, ist der große Tag endlich gekommen. Die Dilly-Dally kommt zurück ins Wasser, gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten. Doch werden alle eingesetzten Seeventile auch dicht sein? Wenn nicht, wäre das eine mittlere Katastrophe, zumindest wenn die Borddurchlässe lecken. Denn die kann man nicht einfach reparieren, man muss sie austauschen. Und das würde bedeuten, wir müssten sie zunächst wieder in den USA bestellen. Silvester in Honduras könnten wir uns abschminken...
