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Wind und Wetter lassen eine Weiterfahrt nach Kuba derzeit nicht zu. Mit dem geplanten Abstecher über die Cayman Islands liegen etwa 450 Seemeilen vor uns. Doch eine Schlechtwetterfront mit Böen um die 40 Knoten und meterhohen Wellen im Karibischen Meer jagt die nächste. Also warten wir ab. Und es gibt wirklich schlechtere Orte als die Bay Islands vor Honduras. Außerdem haben wir so Zeit, ein paar weitere Jobs zu erledigen. Arzum packt die Nähmaschine aus und wir wechseln nach vier Jahren zum ersten Mal die Membran am Wassermacher. Vor allem aber genießen wir die sonnigen Tage zwischen all dem Regen.
Die Bay Islands vor der Küste von Honduras sind ein Paradies - vor allem für Taucher. Doch dieses Jahr ist der Januar so verregnet, wie wir es die Jahre zuvor noch nie erlebt haben. Und zum Regen gesellen sich heftige Sturmböen. Da in einigen Buchten nicht geankert werden darf, zum Schutz der Riffe, müssen Boote an Moorings gehen. Doch die sind nicht immer im besten Zustand - und können reißen. Und dann ist da noch die Sache mit der Fledermaus.
Wir haben Utila erreicht, die westlichste Insel der Bay Islands, die zu Honduras gehören. Vor den Inseln erstreckt sich eines der besten Tauchreviere in der Karibik und natürlich lässt Arzum sich das nicht entgehen. Aber bevor es in die Tiefe geht, muss sie noch einmal hoch hinaus - in den Mast der Intle Breeze unserer Freunde. Denn seit einem Gewitter spinnen die Windinstrumente.
Endlich geht es weiter. Von Guatemala wollen wir zu den Bay Islands segeln, die zu Honduras gehören. Doch dazu müssen wir erst den Río Dulce verlassen, wo wir die Hurrikan-Saison verbracht haben. Zwischen dem Fluss und dem offenen Meer liegt aber noch ein Hindernis - eine Sandbank, die wir nur bei Hochwasser gerade so passieren können. Und das auch nur, weil die Dilly-Dally einen geringen Tiefgang hat. Timing spielt also eine wichtige Rolle. Nach allerlei Pleiten, Pech und Pannen im alten Jahr, hoffen wir nun auf einen guten Start ins neue. Doch ausgerechnet an dem Tag, an dem wir Guatemala frühmorgens verlassen wollen, ist der Fluss wie in Watte gepackt.
Es scheint, als wolle der Río Dulce uns nicht gehen lassen. Immer wieder müssen wir unsere Abfahrt verschieben: Probleme, Krankheiten, das Wetter. Aber dann, kurz vor dem Jahreswechsel, ist es endlich so weit. Wir verlassen die Monkey Bay Marina zusammen mit unserem Buddyboot "Intle Breeze". Der Plan ist, über den Jahreswechsel nach Honduras zu segeln, der Wind steht günstig und wir müssen das Hochwasser nutzen, um über die Sandbank zu kommen. Doch bereits auf dem Weg zur Flussmündung lässt ein nervtötendes Piepen unsere Euphorie erstarren. Der Autopilot tritt in den Streik. Fest steht, ohne funktionierenden Autopiloten verlassen wir nicht den Fluss. Aber Glück im Unglück finden wir auf dem Weg einen Experten. Jetzt beginnt das Spiel gegen die Zeit. Dauert die Reparatur zu lange, schließt der Zoll über den Jahreswechsel - und damit würden wir das Hochwasser verpassen...
Die Vorweihnachtszeit am Río Dulce lässt die besinnlichen Momente bisweilen vermissen. Vielmehr sind wir mit den letzten Arbeiten am Boot und dem Proviantieren für mehrere Monate beschäftigt. Wer weiß, wie die Versorgungslage auf Kuba dieses Jahr aussieht? Der Heiligabend beginnt bereits Mittags mit einem feinen Restaurantbesuch, abends dann, in der Marina, spielt eine einheimische Band auf. Jetzt wissen wir wenigstens, wo die Musik für die Computerspiele der 80er Jahre entstanden ist.
Nach acht Wochen an Land, geplant war anfangs eine, ist der große Tag endlich gekommen. Die Dilly-Dally kommt zurück ins Wasser, gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten. Doch werden alle eingesetzten Seeventile auch dicht sein? Wenn nicht, wäre das eine mittlere Katastrophe, zumindest wenn die Borddurchlässe lecken. Denn die kann man nicht einfach reparieren, man muss sie austauschen. Und das würde bedeuten, wir müssten sie zunächst wieder in den USA bestellen. Silvester in Honduras könnten wir uns abschminken...
Es ist bereits die achte Woche an Land und langsam kommen wir dem Wahnsinn immer näher. Seit zwei Wochen wohnen wir wieder auf der Dilly-Dally und das heißt: auf einer staubigen Baustelle. Aber jetzt sind es "nur noch" die fünf Borddurchlässe samt Seeventilen, die wir wechseln müssen, ehe es wieder zurück ins Wasser gehen kann. Doch die neuen Trudesign-Ventile sind etwas voluminöser als die alten aus Bronze, ihr Einbau und die Ausrichtung Millimeterarbeit. So viel sei verraten, es wird viel geflucht. Immerhin: Unser neues Buch "Die See kennt keine Zeugen" ist erschienen. Hier der Link zum Bestellen: https://www.amazon.de/dp/B0G5P8LXVV
Die fünfte Woche an Land, geplant war einmal eine, läuft gut an. Die Dilly-Dally wird aus der Schmuddelecke wieder an ihren alten Platz gebracht und bekommt endlich die Wäsche, die sie so dringend nötig hat. Die Arbeiten am Kiel, die den Aufenthalt an Land so in die Länge gezogen haben, schreiten zudem gut voran. Es fehlt lediglich noch der finale Coppercoat-Anstrich, dann kann es zurück ins Wasser gehen. Aber das alles wäre ja viel zu einfach! Zwar sind die fünf Seeventile, die ich noch austauschen muss, aus den USA eingetroffen. Aber irgendwas stimmt mal wieder nicht... Und zu allem Überfluss haucht der altersschwache Außenborder nun wirklich seine letzte Schwade Abgase in die Luft.
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Die Arbeiten am Kiel gehen voran. Zumindest solange, bis ein großes Tiefdruckgebiet aus dem Norden anrückt. Es bringt eine angenehme Abkühlung um 10 Grad, aber auch heftigen Regen. Die Prognosen warnen vor 200 Liter Regen auf einem Quadratmeter in 48 Stunden. Immerhin, so meine Hoffnung, wird dann das Deck vom Sand und Dreck gereinigt. Doch mit dem Regen offenbart sich das nächste Problem. Im Motorraum sammelt sich Wasser, der Abfluss aus dem Cockpit ist defekt. Ein vergleichsweise kleines Problem. Beim Wechseln des Schlauches schaue ich mir nochmal das Seeventil genauer an. Der Hebel ließ sich zwar problemlos umlegen, aber irgendwie ging mir das zu leicht. Und tatsächlich, die Kugel im Seeventil sitzt fest, die Verbindung zum Hebel ist gebrochen. Mir schwant Übles. Also demontiere ich alle Schläuche von den Seeventilen, um sie überprüfen. Das Ergebnis: Fünf Ventile müssen getauscht werden. Dummerweise gibt es sie hier nur in minderer Qualität, dafür zum dreifachen Preis. Und dann ist da noch die Sache mit Toilette und der Schlange auf dem Steg. Immerhin, Arzum ist zurück an Bord.
Immerhin, es bewegt sich etwas. Nach 16 langen Tagen des Stillstands wurde die Dilly-Dally endlich zum Sandstrahlen des Kiels versetzt. Aber das heißt natürlich noch lange nicht, dass die Arbeiten auch beginnen. Derweil bestätigt sich ein peinlicher Verdacht: Miço, was aus dem Türkischen übersetzt so etwas heißt wie Leichtmatrose, hat in Guatemala eine ganz andere Bedeutung. Vielleicht sollte ich den Hund lieber nicht beim Namen rufen.
Die Tage an Land verstreichen, aber kaum etwas passiert. Die Arbeiten an der Dilly-Dally stagnieren. Das Boot muss umgesetzt werden, damit endlich der Kiel gesandstrahlt werden kann. Aber erst wird der Kranführer krank, dann muss der Kran selbst zur Inspektion. Die Ausbesserungen im Coppercoat am Rumpf sind derweil erledigt. Mit bangen Blicken verfolgen wir die Entwicklung von Melissa und warnen unsere Freunde auf Kuba. Denn wie es aussieht, könnte das Auge des Hurrikans genau über Marea del Portillo ziehen, wo wir so viele schöne Tage verbracht haben.
Eine Woche an Land hatte ich geplant. Doch daraus wird natürlich nichts. Um den Rost am Kiel unter dem Coppercoat zu beseitigen, muss er eigentlich gesandstrahlt werden. Die RAM-Marina am Río Dulce in Guatemala ist dafür ein geeigneter Ort, denn sie ist ein lizensierter Coppercoat-Fachbetrieb. Allein der Kostenvoranschlag wirft mich aus den Flip-Flops. Immerhin haben die Mechaniker angefangen, die Motorlager auszutauschen. Doch dabei ist der Auspuff gebrochen. Aber wie heißt es doch so schön: Langfahrtsegeln heißt, sein Boot an den schönsten Plätzen der Welt zu reparieren.
Es ist immer ein spannender Moment, wenn das Boot aus dem Wasser gekrant wird. Vor allem wenn der letzte "Landausflug" bereits 3,5 Jahre her ist und der letzte Unterwasseranstrich sogar gut 4,5. Wie hat sich das Coppercoat geschlagen? Oder muss es gar erneuert werden? Neben den gängigen Check ups müssen die vier Motorlager gewechselt werden, das Wellenlager ist schwergängig und die Stopfbuchse muss ebenfalls ausgetauscht werden. Die Reserveteile habe ich alle im Vorfeld besorgt, um unnötige Lieferzeiten zu vermeiden. Mal schauen, ob es dabei bleibt.
Nach Tagen unter Deck, im Dieselmief, ist es endlich geschafft. Der Tank ist gereinigt, die Filter sind gewechselt, das System entlüftet und der alte Jockel schnurrt wieder wie ein Kätzchen. Aber kaum haben wir die Dieselpest auskuriert, überfällt mich eine Männergrippe. Als hätten wir nicht schon genug Temperatur im Río Dulce. Wie immer bei Arbeiten am Boot, wenn man einen Job abhaken kann, entdeckt man zwei neue. Und so wird es nicht langweilig.
Viele Punkte auf unserer Liste mit Arbeiten an Bord haben wir abgearbeitet. Einen jedoch haben wir bislang vor uns hergeschoben. Die Kontrolle des Kraftstofftanks. Mehrere Freunde hatte es zuletzt erwischt: Dieselpest! Die Filter verstopfen, der Motor verstummt oder springt gar nicht erst an. Und das natürlich meistens in den ungünstigsten Momenten. Prophylaktisch wollen wir also den Tank kontrollieren und bei Bedarf reinigen. Denn das haben wir noch nie getan. Bislang haben wir uns durch den Zusatz von Additiven gegen Dieselpest auf der sicheren Seite gefühlt. Doch das ändert sich, sobald ich den Tank öffne...
Arzum verlässt die Dilly-Dally. Und nicht einmal das gelingt reibungslos. Aber um Spekulationen gleich vorzubeugen, sie besucht lediglich Freunde und Familie in Deutschland und der Türkei. Eigentlich wollte sie bereits Anfang August die Biege machen, zuvor wollte sie aber noch ihr Herzensprojekt, ein neues Dinghy-Cover schneidern, zu Ende bringen. Und das dauerte länger als gedacht. Denn in Guatemala ist es nicht unbedingt einfach, alle Materialien zu besorgen.
This video was produced for a presentation for sailors in Rio Dulce, Guatemala, who are interested in sailing to Cuba. Actually, it's based on a former presentation, we did a year before in Luperon, Dominican Republic. As a result, last year a small flotilla of twelve boats sailed to Cuba and enjoyed the time being there. The informations, facts and figures we provide in this video are based on our experiences until April 2025, when we left Cuba. In total we spent six month on the island.
Mittlerweile sind wir bereits seit drei Monaten im Rio Dulce. Und die Zeit verfliegt. Jetzt haben wir erstmals das Boot für ein paar Tage verlassen und die Hauptstadt des Landes besucht. In einem sehr speziellen internationalen Ranking liegt Guatemala-City ziemlich weit vorne. Nämlich auf Platz 18 der gefährlichsten Städte der Welt. Zumindest, was die Mordrate anbelangt.
