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Havanna ist eine faszinierende Stadt, anders als der Rest der Landes. Havanna ist groß, laut und lebensfroh. So war es zumindest bei unseren letzten Besuchen. Havanna ist eine Stadt mit Geschichte und sie schreibt täglich neue. Doch wie ist es jetzt während der sich zuspitzenden Krise als Tourist in Kubas Hauptstadt zu sein? Und gibt es noch eine Möglichkeit, Diesel für das Boot zu bekommen?
Wir haben die Marina Hemingway in Havanna erreicht und auf den ersten Blick scheint sich kaum etwas seit unserem letzten Besuch verändert zu haben. Es gibt Strom und Wasser rund um die Uhr, die Restaurants haben geöffnet. Doch nur wenige Meter außerhalb der Marina sieht die kubanische Realität bereits ganz anders aus. Wegen der Ölblockade der Amerikaner gibt es kaum noch Sprit auf der Insel. Es fahren kaum noch Autos, die allermeisten Touristen haben die Insel verlassen, Müll liegt in den Straßen und die täglichen Blackouts dauern immer länger. Die Uno warnt vor einer humanitären Katastrophe.
Weil der Grenzposten am westlichen Ende Kubas geschlossen hat, müssen wir nach Havanna, um endlich einchecken zu können. In Tagesetappen zwischen 30 und 40 Seemeilen arbeiten wir uns die Westküste hinauf, ankern vor traumhaften Stränden und in abgelegenen Buchten. Auf der Insel Levisa hoffen wir, etwas Abwechslung zu finden, doch auch dort - wie an vielen Orten auf Kuba - hat das Hotel kürzlich seine Pforten geschlossen: eine Folge des Öl-Embargos. Die verwaiste Anlage wirkt wie eine Geisterstadt. Und dann, als wir endlich die Marina Hemingway im Westen Havannas erreichen, meldet sich niemand an der Funke.
Nach unserem Zwischenstopp in Punta Allen (Mexiko) setzen wie die Reise nach Kuba wieder fort. Das verlustige Impellerteilchen haben wir gefunden, der Jockel läuft wieder. Und das ist auch gut so. Denn auf den 200 Seemeilen zum westlichsten Punkt Kubas liegen zwischen Windwinkel, Windstärke und Vorhersage einige Grad und Knoten Unterschied. Und der Golfstrom verwandelt das eigentliche ruhige Meer in ein Tollhaus. Angekommen in Kuba empfängt uns gleich die neue Realität. Seit dem verhängten Ölstopp durch der US-Regierung steht das Land still. Selbst die Zöllner kommen nicht an ihren Grenzposten.
Wir haben die Bucht in Mexiko erreicht. Auch ohne Maschine. Allerdings brauchten wir auf der letzten Meile Hilfe von unserem Buddy-Boot "Intle Breeze". Die Ursache für das Überhitzen des Motors ist schnell gefunden. Der Impeller hat wie ein Baum im Herbst seine Blätter abgeworfen. Doch eines lässt sich partout nicht finden. Es steckt irgendwo im Kühlsystem - und kann weitere Probleme verursachen. Während wir an der Dilly-Dally werkeln, spitzt sich die Lage auf Kuba, unserem nächsten Ziel, immer wieder zu. Wegen der Öl-Knappheit setzen die ersten Airlines ihre Flüge aus. Sie können nicht mehr betankt werden. Schlecht für Fran und James, die Crew der Intle Breeze, die von Kuba nach Panama müssen. Und auch Tracy, die gerade in Südafrika weilt, muss befürchten, dass ihr bereits gebuchter Flug nach Havanna gecancelt wird. Muss sie in ihrem Hotel in Südafrika bleiben? Hier ist der Link zum Intle Boutique Hotel: https://intle.co.za Wer bei der Buchung über stay@intle.co.za den Code "DILLY" angibt, der bekommt einen Freundschaftsrabatt. Und hier noch der Affiliate-Link zu der Endoskop-Kamera. https://amzn.to/4aHQSKU Hinweis: Eine Bestellung über diesen Link ermöglicht uns eine kleine Provision. Jeff Bezos sackt also nicht die ganze Kohle ein :)
Die Fahrt von Honduras nach Mexiko zerrt an Arzums Nerven. Erst ist sie seekrank, dann überhitzt der Motor und das bisschen Wind, das weht, drückt uns auf die Nase. Wir machen kaum noch Fahrt durchs Wasser, haben so gut wie kein Ruder, legen einmal eine ungewollte 360-Grad-Drehung hin. Und unser anvisierter Ankerplatz liegt hinter einem Riff. Irgendwie müssen wir da durch.
Wind und Wetter lassen eine Weiterfahrt nach Kuba derzeit nicht zu. Mit dem geplanten Abstecher über die Cayman Islands liegen etwa 450 Seemeilen vor uns. Doch eine Schlechtwetterfront mit Böen um die 40 Knoten und meterhohen Wellen im Karibischen Meer jagt die nächste. Also warten wir ab. Und es gibt wirklich schlechtere Orte als die Bay Islands vor Honduras. Außerdem haben wir so Zeit, ein paar weitere Jobs zu erledigen. Arzum packt die Nähmaschine aus und wir wechseln nach vier Jahren zum ersten Mal die Membran am Wassermacher. Vor allem aber genießen wir die sonnigen Tage zwischen all dem Regen.
Die Bay Islands vor der Küste von Honduras sind ein Paradies - vor allem für Taucher. Doch dieses Jahr ist der Januar so verregnet, wie wir es die Jahre zuvor noch nie erlebt haben. Und zum Regen gesellen sich heftige Sturmböen. Da in einigen Buchten nicht geankert werden darf, zum Schutz der Riffe, müssen Boote an Moorings gehen. Doch die sind nicht immer im besten Zustand - und können reißen. Und dann ist da noch die Sache mit der Fledermaus.
Wir haben Utila erreicht, die westlichste Insel der Bay Islands, die zu Honduras gehören. Vor den Inseln erstreckt sich eines der besten Tauchreviere in der Karibik und natürlich lässt Arzum sich das nicht entgehen. Aber bevor es in die Tiefe geht, muss sie noch einmal hoch hinaus - in den Mast der Intle Breeze unserer Freunde. Denn seit einem Gewitter spinnen die Windinstrumente.
Endlich geht es weiter. Von Guatemala wollen wir zu den Bay Islands segeln, die zu Honduras gehören. Doch dazu müssen wir erst den Río Dulce verlassen, wo wir die Hurrikan-Saison verbracht haben. Zwischen dem Fluss und dem offenen Meer liegt aber noch ein Hindernis - eine Sandbank, die wir nur bei Hochwasser gerade so passieren können. Und das auch nur, weil die Dilly-Dally einen geringen Tiefgang hat. Timing spielt also eine wichtige Rolle. Nach allerlei Pleiten, Pech und Pannen im alten Jahr, hoffen wir nun auf einen guten Start ins neue. Doch ausgerechnet an dem Tag, an dem wir Guatemala frühmorgens verlassen wollen, ist der Fluss wie in Watte gepackt.
Es scheint, als wolle der Río Dulce uns nicht gehen lassen. Immer wieder müssen wir unsere Abfahrt verschieben: Probleme, Krankheiten, das Wetter. Aber dann, kurz vor dem Jahreswechsel, ist es endlich so weit. Wir verlassen die Monkey Bay Marina zusammen mit unserem Buddyboot "Intle Breeze". Der Plan ist, über den Jahreswechsel nach Honduras zu segeln, der Wind steht günstig und wir müssen das Hochwasser nutzen, um über die Sandbank zu kommen. Doch bereits auf dem Weg zur Flussmündung lässt ein nervtötendes Piepen unsere Euphorie erstarren. Der Autopilot tritt in den Streik. Fest steht, ohne funktionierenden Autopiloten verlassen wir nicht den Fluss. Aber Glück im Unglück finden wir auf dem Weg einen Experten. Jetzt beginnt das Spiel gegen die Zeit. Dauert die Reparatur zu lange, schließt der Zoll über den Jahreswechsel - und damit würden wir das Hochwasser verpassen...
Die Vorweihnachtszeit am Río Dulce lässt die besinnlichen Momente bisweilen vermissen. Vielmehr sind wir mit den letzten Arbeiten am Boot und dem Proviantieren für mehrere Monate beschäftigt. Wer weiß, wie die Versorgungslage auf Kuba dieses Jahr aussieht? Der Heiligabend beginnt bereits Mittags mit einem feinen Restaurantbesuch, abends dann, in der Marina, spielt eine einheimische Band auf. Jetzt wissen wir wenigstens, wo die Musik für die Computerspiele der 80er Jahre entstanden ist.
Nach acht Wochen an Land, geplant war anfangs eine, ist der große Tag endlich gekommen. Die Dilly-Dally kommt zurück ins Wasser, gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten. Doch werden alle eingesetzten Seeventile auch dicht sein? Wenn nicht, wäre das eine mittlere Katastrophe, zumindest wenn die Borddurchlässe lecken. Denn die kann man nicht einfach reparieren, man muss sie austauschen. Und das würde bedeuten, wir müssten sie zunächst wieder in den USA bestellen. Silvester in Honduras könnten wir uns abschminken...
Es ist bereits die achte Woche an Land und langsam kommen wir dem Wahnsinn immer näher. Seit zwei Wochen wohnen wir wieder auf der Dilly-Dally und das heißt: auf einer staubigen Baustelle. Aber jetzt sind es "nur noch" die fünf Borddurchlässe samt Seeventilen, die wir wechseln müssen, ehe es wieder zurück ins Wasser gehen kann. Doch die neuen Trudesign-Ventile sind etwas voluminöser als die alten aus Bronze, ihr Einbau und die Ausrichtung Millimeterarbeit. So viel sei verraten, es wird viel geflucht. Immerhin: Unser neues Buch "Die See kennt keine Zeugen" ist erschienen. Hier der Link zum Bestellen: https://www.amazon.de/dp/B0G5P8LXVV
Die fünfte Woche an Land, geplant war einmal eine, läuft gut an. Die Dilly-Dally wird aus der Schmuddelecke wieder an ihren alten Platz gebracht und bekommt endlich die Wäsche, die sie so dringend nötig hat. Die Arbeiten am Kiel, die den Aufenthalt an Land so in die Länge gezogen haben, schreiten zudem gut voran. Es fehlt lediglich noch der finale Coppercoat-Anstrich, dann kann es zurück ins Wasser gehen. Aber das alles wäre ja viel zu einfach! Zwar sind die fünf Seeventile, die ich noch austauschen muss, aus den USA eingetroffen. Aber irgendwas stimmt mal wieder nicht... Und zu allem Überfluss haucht der altersschwache Außenborder nun wirklich seine letzte Schwade Abgase in die Luft.
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Die Arbeiten am Kiel gehen voran. Zumindest solange, bis ein großes Tiefdruckgebiet aus dem Norden anrückt. Es bringt eine angenehme Abkühlung um 10 Grad, aber auch heftigen Regen. Die Prognosen warnen vor 200 Liter Regen auf einem Quadratmeter in 48 Stunden. Immerhin, so meine Hoffnung, wird dann das Deck vom Sand und Dreck gereinigt. Doch mit dem Regen offenbart sich das nächste Problem. Im Motorraum sammelt sich Wasser, der Abfluss aus dem Cockpit ist defekt. Ein vergleichsweise kleines Problem. Beim Wechseln des Schlauches schaue ich mir nochmal das Seeventil genauer an. Der Hebel ließ sich zwar problemlos umlegen, aber irgendwie ging mir das zu leicht. Und tatsächlich, die Kugel im Seeventil sitzt fest, die Verbindung zum Hebel ist gebrochen. Mir schwant Übles. Also demontiere ich alle Schläuche von den Seeventilen, um sie überprüfen. Das Ergebnis: Fünf Ventile müssen getauscht werden. Dummerweise gibt es sie hier nur in minderer Qualität, dafür zum dreifachen Preis. Und dann ist da noch die Sache mit Toilette und der Schlange auf dem Steg. Immerhin, Arzum ist zurück an Bord.
Immerhin, es bewegt sich etwas. Nach 16 langen Tagen des Stillstands wurde die Dilly-Dally endlich zum Sandstrahlen des Kiels versetzt. Aber das heißt natürlich noch lange nicht, dass die Arbeiten auch beginnen. Derweil bestätigt sich ein peinlicher Verdacht: Miço, was aus dem Türkischen übersetzt so etwas heißt wie Leichtmatrose, hat in Guatemala eine ganz andere Bedeutung. Vielleicht sollte ich den Hund lieber nicht beim Namen rufen.
Die Tage an Land verstreichen, aber kaum etwas passiert. Die Arbeiten an der Dilly-Dally stagnieren. Das Boot muss umgesetzt werden, damit endlich der Kiel gesandstrahlt werden kann. Aber erst wird der Kranführer krank, dann muss der Kran selbst zur Inspektion. Die Ausbesserungen im Coppercoat am Rumpf sind derweil erledigt. Mit bangen Blicken verfolgen wir die Entwicklung von Melissa und warnen unsere Freunde auf Kuba. Denn wie es aussieht, könnte das Auge des Hurrikans genau über Marea del Portillo ziehen, wo wir so viele schöne Tage verbracht haben.
Eine Woche an Land hatte ich geplant. Doch daraus wird natürlich nichts. Um den Rost am Kiel unter dem Coppercoat zu beseitigen, muss er eigentlich gesandstrahlt werden. Die RAM-Marina am Río Dulce in Guatemala ist dafür ein geeigneter Ort, denn sie ist ein lizensierter Coppercoat-Fachbetrieb. Allein der Kostenvoranschlag wirft mich aus den Flip-Flops. Immerhin haben die Mechaniker angefangen, die Motorlager auszutauschen. Doch dabei ist der Auspuff gebrochen. Aber wie heißt es doch so schön: Langfahrtsegeln heißt, sein Boot an den schönsten Plätzen der Welt zu reparieren.
